International

Brexit: Auswirkungen auf Lieferantenerklärungen

Zum 30. März 2019 wird Großbritannien die EU aller Voraussicht nach verlassen und damit zum Drittland werden. Dies hat auch Folgen für Lieferantenerklärungen. Noch ist unklar, ob es zu einem geregelten Austritt (auf Basis eines Austrittsabkommens) oder zu einem "harten" Brexit (Austritt ohne entsprechendes Abkommen) kommen wird. Das sich derzeitig noch in Abstimmung befindende Austrittsabkommen soll Regelungen auch zum Thema Lieferantenerklärungen enthalten. Offizielle Regelungen liegen zur Zeit aber noch nicht vor. Daher stellen die nachfolgenden Ausführungen eine unverbindliche Einschätzung der IHK dar.
1. Britische Ursprungsware, die nach dem Brexit in die EU geliefert wird, ist keine EU-Ware mehr. Diese Ware ist dann für die Ermittlung des präferenziellen Ursprungs ein Vormaterial ohne Ursprung (VoU). Dagegen sollte britische Ursprungsware, die sich vor dem Brexit im Gebiet der EU befindet, weiterhin uneingeschränkte EU-Ware sein. Natürlich muss eine Lieferantenerklärung vorliegen.
2. Auf lange Sicht kann das Vereinigte Königreich nur dann als Präferenzland in Lieferantenerklärungen aufgenommen werden, wenn auch ein entsprechendes Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich besteht. Wann dies sein wird, ist nicht absehbar.
3. Langzeit-Lieferantenerklärungen für 2019 können nach Einschätzung der IHK wie üblich für das gesamte Kalenderjahr 2019 ausgestellt werden, eine Befristung auf ein mögliches Brexitdatum erscheint nicht sinnvoll. Selbst wenn ausschließlich Ursprungsware des Vereinigten Königreichs geliefert wird, ist zu beachten, dass (noch) kein Brexitdatum feststeht. Nach dem Brexit müssen Lieferantenerklärungen für britische Ursprungsware widerrufen werden, sofern noch derartige Lieferungen erfolgen.
(Quelle: GZD, IHK Stuttgart)